Mittwoch, 21. November 2012

Gründe für die Arbeitslosigkeit in Deutschland


Ein fünfter Grund ist der, dass es in den vergangenen Jahren auch eine Reihe von Zuwanderungsbewegungen gegeben hat. Seit 1990 Hunderttausende. Zugewandert sind z.B. die Russlanddeutschen, Türken, Italiener, Jugoslawen, Portugiesen, Griechen u.a.7

Ein sechster Grund sind die neugewonnenen europäischen Freiheiten und die Liberalisierung der Märkte. Es gibt einen freien Kapitalverkehr, der mitverantwortlich war für den Jahrhundertkollaps des Finanzsystems 2008. Weder Politiker noch Banker wurden dafür zur Verantwortung gezogen. Obwohl gerade die deutsche Politik den freien Kapitalverkehr unbedingt haben wollte. Wie oft haben Politiker die „vier großen Freiheiten“ s.u. propagiert, die uns allen nutzen. Leider wurde auch keine unabhängige Kommission eingerichtet, um die Finanzkrise ökonomisch angemessen und strafrechtlich aufzuarbeiten.

Zudem gibt es einen freien Güter- und Dienstleistungsverkehr sowie einen freien Personenverkehr. Auch Bewohner der Falklandinseln (die Falklandinseln liegen vor Argentinien) können ihren Wohnsitz in Deutschland nehmen.

Die Verpflichtung zur europäischen Ausschreibung von Bauprojekten führte dazu, dass in den Anfangsjahren der neugewonnenen Freiheiten portugiesische, englische und holländische Bauarbeiter überall anzutreffen waren7. Gleichzeitig war eine Vielzahl von deutschen Bauarbeitern arbeitslos7. Im Mai 2012 findet Frau von der Leyen, unsere Arbeitsministerin, es anscheinend faszinierend, wenn spanische Jugendliche ihre Ausbildung in Deutschland machen. Diese Idee hat sie in einer Diskussionsrunde bei Günther Jauch nach der Landtagswahl in NRW geäußert. Frage: Haben unsere Jugendlichen denn alle eine Ausbildung?

Siebtens gibt es eine Vielzahl von stagnierenden Märkten. D.h. die meisten Haushalte haben bereits einen Kühlschrank, eine Waschmaschine, ein Bügeleisen, ein Auto usw. Es ist nur logisch, dass Wachstum in diesen Bereichen nur noch bedingt stattfinden kann.
Achtens gibt es sehr viel Rationalisierung und technischen Fortschritt. D.h. menschliche Arbeit wird in vielen Fällen durch den Einsatz von Technik ersetzt. Bitte denken Sie z.B. an die Computerisierung und den Einsatz von Robotern.
Neuntens haben wir auch höhere Arbeitskosten, als einige unserer wichtigsten Wettbewerber. Höhere Arbeitskosten als die USA und Japan. Natürlich spielt der Preis beim Verkauf eines Produktes auch eine Rolle. Gerade auch dann,   wenn  keine nationale Zollpolitik mehr betrieben wird. Mit Zöllen können unterschiedliche Kostenstrukturen ausgeglichen werden.

Zehntens treten viele Volkswirtschaften in anderen Teilen der Welt zusätzlich als Wettbewerber auf: Brasilien, Russland, Indien, China, Südkorea, Polen, Tschechien usw. Ein deutsches Unternehmen kann sich mit dem Kosten- und Preisgefüge der dortigen Unternehmen kaum messen.

Ob es ökologisch überhaupt Sinn macht, Produkte quer durch die Welt zu transportieren ist eine berechtigte Frage, zumindest bei den Produkten, die wir auch in Deutschland herstellen können.

Elftens gibt es auch sehr viel Unkenntnis zum Thema Arbeitslosigkeit. Leider wissen viele nicht, dass es verschiedene Formen der Arbeitslosigkeit gibt, die auch jeweils unterschiedlich bekämpft werden müssen. Selbst die Arbeitsminister und Wirtschaftsminister kommen aus ganz anderen Fachbereichen. Fühlen sich aber kompetent und sind ihr Einkommen wert!?

Zwölftens gibt es auch Fehlverhalten seitens der Arbeitnehmer: wie mangelnde Mobilität, mangelnde Bildungsbereitschaft, zu hohes Anspruchsniveau und Suche nach Traumjobs, sich nicht in einen Betrieb einordnen können, aber auch Trunksucht und charakterliche Mängel können zu Arbeitslosigkeit führen. Leider können wir uns alle auch nicht vor schmutziger, harter und gefahrvoller Arbeit drücken –soweit wie dies gesundheitlich möglich ist.

Dreizehntens gibt es auch Fehlverhalten seitens des Staates und der Unternehmer.

Der Staat beachtet das Ziel der Vollbeschäftigung nicht mehr. Setzt unfähige und verantwortungslose Politiker ein, denen es im schlimmsten Fall egal ist, wenn Leute keine Arbeit haben und von Sozialhilfe leben müssen.

Die Unternehmer sehen zu wenig ihre Verantwortung für Beschäftigung, obwohl unser Grundgesetz Menschen mit Eigentum in besonderer Weise verpflichtet, im schlimmsten Fall brechen sie Tarifverträge und beachten Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit ihrer Arbeitnehmer nicht oder haben überhaupt kein Gefühl für das richtige Arbeitsmaß und die zumutbaren Arbeitsbelastungen. Kurz gesagt: Die Gesundheit des Mitarbeiters wird in kürzester Zeit zerstört oder ein Mitarbeiter soll zu jeder Zeit dem Betrieb zur Verfügung stehen.

Es gibt durchaus auch Unternehmer, die  keine Rücksicht auf sich selbst nehmen.

Vierzehntens sind die Zielsetzungen von Arbeitnehmern, von Arbeitgebern und von Seiten des Staates sehr unterschiedlich.

Die Regierung ist für das Ziel der Vollbeschäftigung und für gute gesellschaftliche Rahmenbedingungen zuständig. Sie verabschiedet im Idealfall faire Gesetze und sorgt für deren Umsetzung. Sie ist  am Gemeinwohl interessiert und freut sich, wenn es Arbeitgebern und Arbeitnehmern gut geht.
Der Arbeitnehmer ist an guten und fairen Arbeitsbedingungen interessiert. Er möchte einen Job, in dem er gut verdient und der ihm Spaß macht. Für ihn ist wichtig, dass seine Fähigkeiten optimal eingesetzt werden. Ein Arbeitnehmer ist abhängig beschäftigt. Er ist normalerweise in der schwächsten Situation und benötigt am meisten Schutz.
Die Arbeitgeber möchten mit Ihrem Produkt bzw. mit ihrer Dienstleistung im Markt erfolgreich sein. Sie sind an niedrigen Kosten und an fähigen aber auch bequemen Mitarbeitern interessiert. Am liebsten bestimmen sie allein, die Arbeitszeit, den Arbeitseinsatz und das Maß der Arbeit. Umsatz, Gewinn und Produktion stehen im Vordergrund.

Wie Medien mit Harz IV Beziehern umgehen


http://www.nachdenkseiten.de/?p=15197

Deutschland soll Löhne erhöhen

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/11/48263/

Entlassungen geplant

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/11/48260/

Donnerstag, 8. November 2012

Arbeitslosigkeit in der Schweiz

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Arbeitslosigkeit-in-der-Schweiz-nimmt-zu/story/17010126?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter